IndoorCyclingMarathon 2019 in Moosbach

Bereits vor Monaten meldete ich mich für den 24 Stunden IndoorCyclingMarathon in Feucht an. Die Erzählungen von kleinen Turnhallen und einer Luft die zum Schneiden sei, paaren sich mit Geschichten über Rookies die das permanente Treten vergaßen und das Rad vorzeitig verlassen mussten.
Heute wird der Tag sein, an dem ich eine neue Gattung des Radelns entdecken sollte.
Für meinen Start in den frühsten Morgenstunden stellte ich den Wecker, der mich erst nach mehrmaligem wegdrücken, aus dem Bett lockte. Die Nacht war doch zu kurz . . . ! Aus der Finsternis kommend, stehe ich jetzt am Ort des Geschehens. Ein kleiner Bürgersaal mit Bühne, auf der zwei Instruktoren ein großes Feld von etwa 100-150 Fahrer und Fahrerinnen aus dem Sattel heraustreiben. Die Luft ist warm und die gedachte Wand empfinde ich nicht so schlimm wie vermutet.
Meine Teamkollegen sehe ich sofort. Ein kurzes Abchecken der Lage zeigt mir, dass wir das Fahrerfeld von hinten kontrollieren und so die Herde sehr gut im Blick haben. Nun ist es so weit, ich stelle das Rad auf meine Größe ein und schnüre die Schuhe etwas fester. Kurbel mich ein und, -so ein Mist-, ausrollen geht nicht! Die Erinnerungen an die Vorbereitungsgespräche schießen mir ins Gedächtnis. Zeit für weitere Überlegungen bleiben mir nicht. Das Licht wird gedimmt, die Musik lauter und der Instruktor gibt das Kommando für den ersten Sprint. Jetzt heißt es, sich im Feld zu behaupten und nur nicht abreißen lassen. Ein Blick um mich herum zeigt mir, dass die Positionskämpfe begonnen haben. Plötzlich bemerke ich den ersten Tropfen Schweiß. Ein schneller Griff zum Handtuch verbirgt die ungewohnte Anstrengung. Mir kommt das Bild von Patrik Langer in den Sinn, der sich zusammenreißt und seinen Konkurrenten mit einer scheinbar lockeren Leichtigkeit überholt.
Und wieder in den Sattel, den Wiederstand hochgedreht, abermals aus dem Leder gehen, vor, zurück, Zwischensprint. Glaube, dass ich die gedachte Zwischenwertung nur knapp verfehlt habe. Die Nächste hole ich mir! - wäre doch gelacht . . . !! - Ups, ist die Stunde schon vorbei? Nach einem 10 minütigen Verschnaufen gibt es bei einigen Teams einen Fahrerwechsel, Michaela hat einen Materialwechsel vollzogen und setzt sich nach vorne an die Spitze des Feldes ab. Willy, Helmut und Christian geben mir weiter Geleitschutz. Den ein oder anderen Tipp werde ich jetzt bei der nächsten Stunde umsetzen. Auch die Unterhaltung über mentale Stärken zeigen ihre ersten Wirkungen. Die Trainer zählen die verschworene Gruppe ein, und treiben mir ein weiteres Mal die Tropfen auf die Stirn, nur gut, dass ich noch ein weiteres Handtuch dabeihabe. Bei den Griffpositionen 1, 2 und 3 zeige ich die ersten Fortschritte. Raus aus dem Sattel, die kleine Steigung hinauf, locker treten, den Puls herunterbringen und kurzzeitig zur Ruhe kommen. Für die Vorbereitung auf meine gedachte Bergwertung, drehe ich den Widerstand jetzt nach oben, um so in einen ruhigen jedoch kraftvollen Wiegeschritt zu gelangen. Meine Muskeln spiegeln mir die Steigung wieder. Schalte einen Gang hinab um die Umdrehung für den Endsprint zu erhöhen. Der Takt der Musik peitscht mich und das Feld zur Bergankunft. Und, was soll ich sagen? Die Wertungspunkte sind meine! ;- }
Zum Abschluss gibt es einen dröhnenden Applaus für die Helfer*innen und Veranstalter. Jetzt verstaue ich noch ein Stück Kuchen in meinem hungrigen Magen und überlege, dass die sonnige Saison gleich nächste Woche beginnen kann, um so die gewonnene Energie in Geschwindigkeit und Strecke umzuwandeln. Gruß Georg
 
Bilder dazu findet ihr auf unserer Flickr-Seite
Bildergalerie: 2019, Indoorcycling

 

 Indoorcycling

11.02.2019