2011_TKN radelt eine Brezen durch Mittel- und Oberfranken und durch den nördlichen Teil der Oberpfalz ...

Auch 2011 machten sich wieder hochmotivierte TKN´ler zu einer 4 Tagestour auf, immerhin mit 500 km. Der Spaß kam bei den 19 Teilnehmerinnen trotz etlichen Höhenkilometern aber auch heuer nicht zu knapp ...

Tag 1: Bei der letzten Ausfahrt in 2010 konnte ich leider nicht teilnehmen, da sich der Termin mit anderen Terminen überschnitt – der Bericht über die Ausfahrt 2010 war vielversprechend und nach einer kurzen Mail an Klaus hatte ich mich auch schon für das „Dabei sein“ entschieden. Allerdings wurden meine persönlichen Vorbereitungen unter anderem von einigen Jungs, die in schwarzgelben Trikots einen Ball über ein Spielfeld schicken, ein wenig beeinflusst. Ich wusste um die Streckenlänge und die Höhenmeter... ca 500 Km und 6000 Hm... Mit der knappen Vorbereitung und dem Wissen fuhr ich zum Treffpunkt, Donnerstags morgens in Ziegelstein. Nachdem alles Gepäck verstaut und Fotos und Navi-Geräte noch fix von daheim geholt wurden, zog der Tross von 18 RadlerInnen gen Kalchreuth und dann immer weiter – gefühlt immer rauf oder so ähnlich. Dass ich bekennende BergRaufSchnecke und BergRunterBremse bin, zeigte sich schon auf dem ersten Tourabschnitt bis zum Mittag in der fränkischen Schweiz. Nett an einem Feldweg gelegen, bauten wir die beiden Bierzeltgarnituren und die Brotzeit auf. Tolle Natur und himmlische Ruhe boten ein perfektes Ambiente... bis einer der ortskundigen Bauern meinte, gleich neben dran ein wenig Gras zu schneiden. Aber er hielt nicht lange durch und die Ruhe kehrte zurück. Die Brotzeit war klasse, so klasse, dass ich danach einen überfüllten Bauch und mich multiplen (überwiegend selbstgemachten) Qualen ausgesetzt hatte. Irgendwann meinte Jürgen, es sei besser, wenn ich einfach bisschen im Bus mitfahren würde – ja – eine gute Idee – nur wo war der Bus? Nicht an dem Feldweg, den wir unsere Räder entlang schoben, nicht auf den nächsten Kilometern, auf denen ich einen menschlichen Hilfsmotor kennengelernt habe. Wir fuhren und fuhren und suchten den Kontakt zum Bus. Auf der Abfahrt nach Gefrees hab ich irgendwas auf der Straße erwischt und dann macht es psssscccchhhhtttt... ein Plattfuß am Vorderrad... Meine freundlichen BegleiterInnen konnte ich nicht davon abhalten, das Rad zu reparieren, kurz danach kam auch der Bus und ich stieg samt Rad ein. Wir kurvten durch die Gegend und trafen nach einem Stop am der Lohengrintherme auch wieder unsere Gruppe, die sich einen fiesen Berg hinauf kämpfte, der dann nicht weniger fies auch wieder runter ging. Petra und ich hielten am Fuße des Berges und warteten auf die tapferen KämpferInnen, die die nasse Abfahrt hinunter fuhren. Weiter ging es dann Richtung Warmensteinach – ein Ort im Fichtelgebirge, der seine besseren Zeiten schon erlebt hat. Nachdem wir geklingelt hatten, kam der Chef raus und kurz danach auch unsere Radler-Meute. Die Getränkebestellung klappte – wenn auch nach und nach, selbst Jürgen bekam zeitnah sein bestelltes Getränk... Wir waren die einzigen Gäste in einem Haus, das schon bessere Zeiten gesehen hatte, aber eine gute Unterkunft und einen freundlichen und prima Service bot, dazu gab es Essen vom Buffet – wobei die Wirtsleute beide zusammen schon 150 Jahre auf dem Buckel haben.

Tag 2: Der nächste Tag begann wie die zwei folgenden – 8 Uhr frühstücken, 9.30 Uhr geplante Abfahrt und irgendwann ging es dann auch los. Uns erwarteten gleich ordentliche (langgezogene) Höhenmeter im Fichtelgebirge... nicht zu steil, sondern relativ moderat. Es ging schon – mal war die Gruppe näher beieinander, mal weiter auseinander, aber man traf sich immer wieder und ich behielt meine Position im hinteren Drittel – was auch gut war. Vor allem, wenn sich die Vorausfahrer nicht an die Hinweise der Streckenführung richten und vorne weg und vorbei preschen. Das führte letztendlich dazu, dass ICH eine Bergwertung gewinnen konnte – ok – die Konkurrenz stand noch unten, als ich losfuhr. Mit Michel, dem Navigator neben mir, führte ich das Feld an... Ich fuhr mein Tempo und irgendwann am Berg musste ich weiter runter schalten und da war es dann wieder – die Kette sprang ab, ich hatte keinen Widerstand und wusste: Du fällst gleich um und reißt „das Feld hinter Dir“ mit. Ich fiel und Karin auch... es ist zum Glück nicht viel passiert, meine Sorge galt den anderen und nicht unbedingt mir. Es gab verschieden große blaue Flecken und auch ein Tattoo von Karins Kettenblatt... Ein kleiner Schock und später am Abend eine Beschreibung meines Schaltfehlers. An dem Tag war ich durch und reif dafür, nun den Bus zu fahren. Die Strecke des Peleton kannte ich in etwa und suchte mir einen netten Platz zum Fotos machen, eine nette Bergankunft hatte ich mir ausgesucht. Nur die Gruppe kam nicht. Nach einer kleineren Odyssee hatte ich das Glück, in einem Nicht-Funkloch Klaus zu erreichen – bereits auf dem Weg zur Silberhütte.Kurz danach traf ich dann auch die ersten TKN´s und durfte Petra als meine Beifahrerin begrüßen. Unterwegs fragten wir nach Wünschen, Karin freute sich auf der Strecke über eine Wasserversorgung und oben angekommen, trafen wir dann auch die schneller fahrende Meute. Alle wurden mit Wasser, Keksen und sonstigen „Gut-Tuern“ versorgt. Da in der Nähe ein Gewitter und Regen aufzog, war Plan 1, die Regenjacken rauszuholen. Plan 2 war dann in der Silberhütte Schutz zu suchen, und die Speicher mit frischem Kuchen zu füllen – denn das Ziel war noch einige Kilometer entfernt. Der Regen hat die Gruppe dann doch erwischt und neben einem Sturz mit Schürfwunden gab es auch einen Platten – die Kommunikation untereinander war so gut, dass wir zur Reparatur-Unterstell-Garage fahren konnten und zumindest die gute Standpumpe als Hilfsmittel anbieten konnten. Die Gruppe war nun in verschiedene Teilgruppen zerrissen, es war nass, kalt und alle kämpften gegen das unangenehme Wetter in einer Gegend, in der immer wieder neue kleinere und größere Anstiege überraschten. Einige Kilometer vor dem Ziel setzen wir uns dann mit dem Sprinter ab und fuhren in das nächste Quartier nach Vohenstrauss-Oberlinden. Die Verspätung hatten wir bereits angekündigt, die Garage für die Räder geöffnet und auch das Gepäck schon mal ins Haus geräumt – wir waren ja ausgeruht und hatten nichts zu tun. Obwohl die Gruppe unterwegs auseinander gerissen war, kamen alle gemeinsam ins Ziel – das war unglaublich und für diese Ausfahrt ganz typisch. Die Speisekarte war übersichtlich, bot aber für alle ein gutes und reichhaltiges Essen – allerdings sollte bereits vorher das Essen ausgewählt werden, um es der Küche leichter zu machen. Das hatten nicht alle mitbekommen und so bin ich dann zu allen Zimmern gegangen und habe die ausstehenden Wünsche aufgenommen. Neben uns gab es noch (wenige) weitere Gäste Der Abend war sehr nett und auch nicht kurz, irgendwann schickte der Wirt die Restmeute dann auf die Zimmer. Bis dahin konnte aber bereits einiges zur Weizenbier-Studie beigetragen werden.

Tag 3: Am Samstag Morgen hat uns erneut die Sonne begrüßt und wir fuhren wieder zurück in den Norden Richtung Ludwigschorgast. Zum Start ging es hinauf und hinunter und dann relativ flach – quasi mein Lieblingsprofil. In Pressath trafen wir dann Klaus wieder, er hatte den Fahrdienst und den Einkauf der Vorräte übernommen, über die wir dann gleich danach an einem kleinen See in der Sonne hergefallen sind – ein nettes Picknick am See und abhängen in der Sonne. Ein bisschen Sorge bereitete auch der scheinbar nahende Regen, aber Michel meinte, der kommt erst gegen 15 Uhr. Irgendwann ging es dann auch wieder los, aber nicht sehr weit, denn da war schon wieder der nächste Plattfuß... Die Strecke ging moderat weiter, mal rauf, mal runter und immer durch schöne Landschaften, ab von den Hauptstraßen durch kleinere Nebenstraßen. Wie angekündigt kam Regen wir stellten uns an einem Bushäuschen unter und warteten auf das Begleitfahrzeug, um unsere Regenjacken überzuziehen. Man glaubt es kaum, aber es war gegen 15 Uhr. Rund ein Stündchen später beschloss ich – auch nach einem guten Rat von Artur , mich mit in den Sprinter zu hocken – zusammen mit Uwe dem Fahrer und Petra und Manou. Das wurde dann ganz lustig, bei einem nächsten Stop war ein weiterer Plattfuß zu versorgen – diesmal wurde einfach mein Vorderrad in das andere Rad eingesetzt und es ging fix weiter – hinauf und herunter. Wir waren immer in der Nähe der Gruppe und Klaus als Mann mit drei Frauen daheim, ertrug uns Drei auch wirklich lässig – das war schon lustig. Die nächste Unterkunft in Ludwigschorgast freute sich auch auf uns – auch hier waren wir wieder allein... Die Getränkeauswahl war gut, wir wollten meistens ähnliche Getränke – Weizen – normal – leicht – nuller. Jürgen bestellte sich immer wieder eins und verschwand dann irgendwo auf dem Hof, bis er zurückkam, hatte sich bereits eine andere durstige Seele geopfert, die Schale nicht kalt werden zu lassen. Im mindestens 3. – gefühlt 5. Anlauf – hat es dann mit seinem Weizen auch geklappt. An dem Tag kümmerte sich dann Petra darum, die ausstehenden Essenswünsche einzuholen. Auch in diesem Gasthof waren wir die einzigen Gäste, die prima versorgt wurden und als Dank am Morgen danach noch ein 5-Liter-Fässchen Kulmbacher geschenkt bekamen.

Tag 4: Auf gings – die letzte Etappe zurück nach Nürnberg. Heute wollte ich auch mal durchfahren, es war eine tolle Etappe, die aber auch bald nach dem Start eine erste Unterbrechung hatte – ein erneuter Plattfuß... Es ging wie immer rauf und runter und durch eine wunderschöne Landschaft – es war Genuss pur. Mit mentaler Unterstützung von Klaus hab ich auch den mit 15%-angekündigten Anstieg stolz bezwungen. Auf einen Zwischenstopp hielten wir in den Felsengärten von Sanapareil. Die Mittagsrast sollte gleich hinter Aufseß sein. Vorher versuchte ich immer wieder, mich an eine Gruppe ranzuhängen und kämpfte noch mal richtig – wohl wissend, gleich ist Rast angesagt. Aber dann kam dann noch ein moderater Anstieg und weil es so schön war, noch ein ganz ekliger. Da musste ich doch meinen menschlichen Hilfsmotor Klaus bitten, mir zu helfen. Oben angekommen gabs dann eine letzte ruhige Brotzeit in der Sonne. Weiter ging es... eine Einkehr auf einem Keller war auch noch vorgesehen. Es ging aber nicht ohne Regen.Nach der Kellereinkehr gabs dann noch mehr Regen... eigentlich fast nur noch Regen. Den Kalchreuther Berg hinauf kämpften zwei menschliche Hilfsmotoren darum, die Bergwertung zwischen Petra und mir zu entscheiden – der Eric, der Uwe und zeitweise der Manfred. Sehr witzig war das – eigentlich wollte ich den ja aus eigener Kraft fahren, aber die Jungs wollten auch heim – wir waren eh alle nass und leicht gekühlt. In Ziegelstein angekommen, ging alles ganz schnell – Gepäck verstaut und ab nach Hause. Zurück ließen wir Klaus mit dem Sprinter und der Nacharbeit... Das war in dem Moment dem Wetter geschuldet... Fazit Die Tour war richtig toll – auch Tage danach schwärmten viele noch von der wunderschönen Landschaft, die wir auf kleinen Straßen abseits des Verkehres genießen durften. Die Planung war klasse – Klaus und Michel haben da ganz was Tolles zusammen gestellt. Wettertechnisch hatten wir mehr Glück als Pech, dem Tourismus in Oberfranken und der Oberpfalz haben wir auch gut getan, schwerere Verletzungen blieben auch bei zwei Stürzen weitestgehend aus, die Anzahl der Reparaturen war im Verhältnis zur Gruppengröße auch relativ gering. Trotz der sehr unterschiedlichen „Leistungsstärken“ innerhalb der Gruppe waren wir immer als Team unterwegs. Am Berg wurden dann die Wertungen gefahren, um Punkte gekämpft und als Belohnung gab es eine Menge Spaß. Und zwischendrin wurden auch immer wieder gute Techniktipps ausgetauscht. Es war eine ganz tolle Ausfahrt mit der Entdeckung und dem Genuss toller Landschaften die Lust auf mehr macht... auf das Radfahren, aber auch auf „dieses Nordbayern“. 2012 will ich auch wieder dabei sein, aber dann mit mehr Rad- und Höhenkilometern in den Beinen als heuer... Danke für diese vier tollen Tage!

(Claudia Baumüller)