2015_Mit dem Bus hin und dem Rad zurück

 

Tag 1

 

Dieses Jahr hatten Manni, Jürgen und Karin für uns eine tolle Tour durchs Oberallgäu geplant – und um diese in vollen Zügen zu genießen, wollten wir mit der Bahn bis Weilheim fahren und dort in die Runde einsteigen.Tja, Rechnung ohne die Bahn gemacht, es wurde gestreikt. Aber auch hierfür hatten die professionellen Organisatoren einen Plan B: Reisebus und extra Transporter für die 19 Räder. Perfekt! Was nicht perfekt war, war das Wetter. Ab Ingolstadt Dauerregen, laut Wetterradar bis in den Nachmittag hinein. Niemand hatte rechte Lust sich gleich am ersten Tag komplett einzunässen. Daher Plan C: mit dem Bus bis zum Quartier in Höfen bei Reutte/Tirol. An dieser Stelle nochmal Danke an den äußerst flexiblen Busfahrer.

Bei der Ankunft im Hotel Lilie zeigte sich dann tatsächlich die Sonne und wir haben noch eine tolle Feierabendtour zum Plansee und dem Ammersattel gemacht. Waren zwar nur ungefähr die Hälfte der geplanten Kilometer, aber dafür trocken und in herrlicher Landschaft.

Abends lecker Schnitzel und gemeinsam im Zimmer von Kaa und Eva die Niederlage der Bayern begossen.

 

Tag 2

 

Der Wettergott meinte es gut mit uns: strahlender Sonnenschein. Alle waren heiß aufs Rad und so ließ sich kein Freiwilliger für die Sixt – Transporter – Etappe finden. Losentscheid, klasse Idee. Kaa musste als erste ran. Der Rest hat sich über den Gaichtpass gequält.

Durchs Tannheimer Tal ging es dann Richtung Oberjoch. Den Pass runter bis Bad Hindelang und weiter nach Sonthofen. Die Landschaft – ein Traum.

Karins Eltern haben uns dann mittags einen überragenden Empfang in ihrem Garten in Altstädten bereitet. Es gab frischen Kaffee ( aus Porzellantassen ) , lecker Kuchen ( hier auch nochmal Danke an Eva ) und natürlich unser obligatorisches Vesper, bei dem die sauren Gurken wieder der Renner waren. Über Wiesen und Felder gings dann durch das Rohrmoos nach Sibratsgfäll, über welliges Gelände durch wundervolle Landschaft nach Balderschwang - begleitet von zwei echten Allgäuern – Karin und ihrem Schwager.

Unsere letzte Herausforderung des Tages war der höchste mit dem Rennrad befahrbare Alpenpass Deutschlands, der Riedbergpass. Mit teilweise 17 Prozent Steigung ging es auf 1407 m ü NN. hoch, der Gipfel der diesjährigen Tour. Aber man gönnt sich ja sonst nichts. Schlusspunkt war das Hotel Hirsch in Sonthofen. Einige „Streber“ haben sich dann sogar noch zum koppeln aufgemacht, für den Rest, kaltes Weizen in der Sonne. Später dann wirklich leckeres Abendessen.

 

Tag 3

Wieder ging es bei sonnigem Wetter los Richtung Bad Hindelang. Diesmal das Oberjoch von der anderen – der anstrengenden - Seite. Ein herrlicher Pass, wunderschön zu fahren. Die einen haben es mehr, die anderen weniger genossen ;-). Oben ein Parkplatz von dem aus man einen wunderbaren Blick ins Tal nach Bad Hindelang hat. Weiter nun über Wertach Richtung Nesselwang. Durch Füssen dann ein kleiner Kulturschock, die Stadt war komplett im Verkehrschaos. Vorbei an Schloss Neuschwanstein ging es dann am Forggensee entlang.

In Raisting dann unser drittes Hotel mit Biergarten. Hier konnten wir die Abendsonne genießen und uns auf dem Laufenden halten, wie zu Hause das AC/DC Konzert anrockte – auf das wir leider verzichten mussten. Aber wer will schon auf den Highway to Hell , wenn er Pässe hoch rauschen darf. Stimmts Manni ;-).

An diesem Tag gab es nur einen pflichtbewussten Hans, der zum koppeln aufgebrochen ist, alle anderen legten die Füße hoch…bzw. ließen sie sich massieren.

Tag 4

Nachts hatte es geregnet, aber auf den Regenradar war wieder mal Verlass. Püntklich zum Frühstück hatte es aufgehört und wir starteten bei bedecktem Himmel Richtung Utting am Ammersee.

Kleine Unsicherheiten mit der Strecke in (.. .) und dadurch eine doch etwas hitzigere Diskussion mit einem Mercedesfahrer, der unser spontanes Wendemanöver mitten auf einer Bahnkreuzung nicht so prickelnd fand. Hinzuzufügen ist an dieser Stelle, dass ( bis auf diese gelegentlichen Navi – Unpässlichkeiten ) die Disziplin unserer Gruppe sehr lobenswert war. Zwei Gruppen in perfekter Zweierreihe mit Lücke für die Autofahrer. Wobei eine Gruppe überwiegend von unseren beiden Radköniginnen Karin und Gwen geführt wurde. Tolle Windarbeit Mädels - nur ab und zu 1 oder 2 km/h zu langsam für die Windschattenlutscher (lach).

An diesem Tag stand kein Pass auf dem Programm, aber doch einige Höhenmeter, da es ständig bergauf, bergab ging. Über Markt Indersdorf , Pfaffenhoffen Richtung Wolnzach.

10 km vor Schluss wurde es dann leider schwarz und immer schwärzer und wir blieben nicht verschont vor dem heranziehenden Gewitter. Wir mussten nun eine kleine Zwangspause einlegen. Anschließend noch etwas Regen, aber zum Glück nicht allzu heftig. Durchnässt, aber glücklich kamen wir dann bei Frau Bauer in Appersdorf an und wurden mit Spaghetti Bolognaise und Vanillepudding verwöhnt. Ein paar ganz pflichtbewusste Radbesitzer gingen mit Babytüchern bewaffnet nochmals in den Schuppen um die Räder zu putzen! Wow!

Tag 5

Tja, Rad putzen ist überbewertet. Bereits nach zwei km setzte Regen ein und auch die geputzten Teile sahen innerhalb von Minuten wieder genauso aus wie am Tag vorher. Glücklicherweise nur ein kurzer Schauer und schon verwöhnte uns für den Rest des Tages wieder die Sonne. Unsere Tour führte uns nach Abensberg zur Brauerei Kuchelbauer und vorbei am Hundertwasser – Turm.

Dann nach Eining an der Donau, über die wir mit der Fähre setzten. Weiter nach Riedenburg. Von dort immer bergauf, bergab über Dietfurt und Berching nach Burggriesbach, wo wir ein letztes mal an einem kleinen Dorfweiher die Vesperreste verputzt haben. Nach dem Essen wieder alles verpackt – in der Wiese allerdings blieben ein Paar Perlonstrümpfe liegen, die (ich schwörs ) vorher nicht da waren. Trotzdem fand sich kein sich outender Besitzer und die Strümpfe wurden für einen kurzen Radputz verwendet ( hat ja schließlich nicht jeder Babytücher dabei ). Aus diesem Grund haben wir unsere Tour nun mal auf den Namen „ die Strümpfe die keiner haben wollte“ getauft.

Ansonsten ging die Radausfahrt dann nach einem kleinen Opfersturz ( ein aufgeschlagenes Knie gehört immer dazu) weiter über Pyrbaum und in Nürnberg zu Ende.

Fazit: Tolle fünf Tage mit toller Truppe und ausgezeichneter Planung. Danke !

Ach ja, bevor ich's noch vergesse, ich brauche nächstes Jahr den Transporter nicht fahren. Dafür schreibe ich wieder  :-)