2018_TKN-Mehrtagesausfahrt


 

1.Tag: Nürnberg – Neunburg am Wald

Das Leben ist ja bekanntlich kein Ponyhof… Deshalb haben sich die Organisatoren der diesjährigen Mehrtagestour womöglich entschlossen zumindest einmal auf einem eben solchen Ponyhof zu nächtigen. Wir sind auch nicht die Einzigen, die diese Idee haben, denn neben uns sind zur selben Zeit etwa vier Milliarden Fliegen zu Gast, mit denen wir uns v.a. nachts „anfreunden“ konnten.

Motto der diesjährigen Tour ist anscheinend angelehnt an Karl Mays` Romanvorlage „Durchs wilde Kurdistan“. Naja, so weit in den Osten sind wir nicht ganz vorgedrungen, aber immerhin führt uns das Navi nach Aussage eines nicht namentlich genannten Teilnehmers an den „Nabel der Welt“, also in die tiefste Oberpfalz bis hinauf ins südliche Oberfranken.

Insgesamt zehn Teilnehmer machen sich also auf den Weg vom Dutzendteich in Nürnberg Richtung Altdorf, Traunfeld, Ursensollen, vorbei an Amberg durch Kümmersbruck und Schwandorf nach Neunburg am Wald, unserem ersten Tagesziel.

Das Wetter spielt mit, die Topographie wird zunehmend wellig und für die erste völlig entspannte Mittagspause dürfen wir den Vorgarten des Pfarrheimes in einem kleinen Dörfchen nutzen.

Zum einrollen ist es an diesem Tag schon recht ordentlich mit etwa 132km und rund 1600hm.

 

2.Tag: Neunburg am Wald - Waldmünchen

Wir verlassen den Ponyhof und radeln erst mal weiter Richtung (Süd-)Osten den ersten echten Anstrengungen der Tour entgegen. Im Bayerischen Wald erwartet uns die Auffahrt (und Abfahrt) zum „Hohen Bogen“ (ca 250hm) und die Überquerung des „Dachsriegels“ (ca 400hm). Da auch heute wieder die Sonnenanbeter voll auf ihre Kosten kommen, ist der Badestopp im „Drachensee“ nahe Furth im Wald eine willkommene Gelegenheit sich selbst oder sein Rennrad abzukühlen. Leider sind wir einen Tag zu früh dran, um dem sagenumwobenen „Drachenfest“ beizuwohnen, das übers Wochenende in Furth im Wald gefeiert wird. Aber schließlich sind wir ja zum Radeln da.

Am heutigen Ziel in Waldmünchen zeigt der Tacho 105km mit stolzen 1800hm an.

 

 

 

3.Tag: Waldmünchen – Konnersreuth

Die „Königsetappe“ der diesjährigen Ausfahrt bietet wieder durchwegs traumhaft schöne und beeindruckende Landschaften in der Grenzregion zu Tschechien. Parallel zum ehemaligen „Eisernen Vorhang“ bewegen wir uns meist in unmittelbarer Nähe der Grenzlinie permanent in nördlicher Richtung durch den Oberpfälzer Wald. Ab dem Start am Morgen fiebern wir v.a. dem Aufstieg zur „Silberhütte“ entgegen, stets begleitet von sich immer mehr auftürmenden Gewitterwolken. Auf dem Weg dorthin durchqueren wir den geschichtsträchtigen Ort Flossenbürg, der uns heute aber „nur“ wegen eines weiteren Anstiegs auf dem nicht enden wollenden Auf und Ab des heutigen Tages interessiert.

Die Abfahrt von der „Silberhütte“ kommen wir noch trocken runter, aber bereits im Gegenanstieg erwischt uns ein sehr heftiger Gewitterschauer mit Hagel. Da die übereinstimmenden Wetterprognosen der verschiedenen Wetter Apps keine Besserung in Aussicht stellen, entscheiden wir, den Rest der Etappe (rund 30km) nach Konnersreuth im Begleitfahrzeug zu Ende zu bringen. Die vielen italienischen Räder die dabei sind (v.a. das neue DE ROSA von Manni) weigern sich halt ganz einfach bei Regen zu fahren…

Trotz des abrupten und ungewöhnlichen Endes der Tagestour, bleiben die gefahrenen tollen knapp 100km und 1800hm in guter Erinnerung, v.a weil es in der kleinen Gruppe auch ohne großes Murren möglich ist, die Entscheidung zum Abbruch zu akzeptieren. Sehr angenehm und großes Lob an alle.

 

 

4.Tag: Konnersreuth – Nürnberg

Auch wir konnten während unseres kurzen Aufenthaltes in Konnersreuth die Mythen und angeblichen Geschehnisse die sich um die wohl berühmteste „Tochter“ des Ortes, Therese Neumann, besser bekannt unter dem Namen Resl von Konnersreuth, ranken nicht enträtseln. Viel realer waren da schon die Böllerschützen und die Blasmusikkapelle, die uns zum Abschied „den Marsch“ geblasen hat. (um ehrlich zu sein, waren nicht wir der Anlass, sondern das Schützenfest im Ort).

Mit großer Übersetzung geht es am heutigen letzten Tag dem inoffiziellen Ziel, der Eisdiele in Lauf, entgegen. Auf dem direkten Weg dorthin fahren wir in südwestlicher Richtung über Neustadt am Kulm nach Speinshart, einem wirklich sehr pittoresk und liebevoll angelegten Klosterdorf Anwesen. Auf den Straßenschildern sind zunehmend bekannte Namen zu lesen, die uns darauf hinweisen, dass wir allmählich dem Ende der diesjährigen Ausfahrt entgegenstrampeln. Das letzte Teilstück führt uns durch das Hirschbachtal nach Lauf. In der ortsansässigen Eisdiele wurde schon einmal die diesjährige Mehrtagesausfahrt resümiert, um dann in bester Stimmung die letzten Kilometer nach Nürnberg in Angriff zu nehmen. Alles in allem sind es heute wieder rund 135km und doch nochmal 1200hm.

 

Unterm Strich waren es dieses Jahr wieder ca 480km und rund 5900hm die wir dank Jürgens` und Manfreds` großartiger, extrem zeitaufwendiger und dementsprechend akribischer Planung und Ausarbeitung der Strecken und Unterkünfte im Vorfeld perfekt organisiert, unfallfrei und ohne große Pannen radeln konnten.

Herzlichen Dank an die beiden von allen die dabei waren.

Gruß Stefan