Weltkulturerbelauf Bamberg 05. Mai 2019

Vor gut einem Monat machte mich Dagmar auf den Weltkulturerbelauf in Bamberg aufmerksam. Nachdem ich mich etwas darüber informiert hatte und schon Feuer und Flamme war, musste ich enttäuscht feststellen, dass bereits alle Startplätze für den Halbmarathon vergeben waren. Umso größer war meine Freude, als Dagmar vor einer Woche auf mich zukam und mir mitteilte, dass ein Startplatz freigeworden ist und sie an mich gedacht hat. Ich sagte natürlich sofort zu. Erst im Nachhinein führte ich mir das Höhenprofil etwas genauer zu Gemüte und musste erstmal schlucken – 280 Höhenmeter und diese größtenteils auf den ersten 6 Kilometern – die spinnen doch. Naja Bianca, da musst‘ etz durch, dachte ich mir. Also standen Dagmar und ich am darauffolgenden Sonntag mit rund 3.000 Mitstreitern an der Startlinie. Auch das Wetter spielte mit: leicht bewölkt, gelegentlich ließ sich die Sonne blicken, trockene, angenehme 12 Grad – perfekte Laufbedingungen. Mein Plan: langsam loslaufen, irgendwie die ersten 6 km überstehen und dann schauen was noch geht, evtl. die 2 Stunden Marke knacken, aber vor allem den Lauf und Bamberg genießen und Spaß haben. Also trabte ich nach dem Startschuss los und merkte gleich, dass das Höhenprofil nicht zu viel versprochen hatte. Bereits nach dem ersten Kilometer ging es steil bergauf über Straßen, Waldwege und Schotter, die Wege teilweise so eng, dass es links und rechts kein vorbei kommen gab. Bei Kilometer 3 war es bereits so steil, dass die ersten gingen. Als mich der erste Gehende überholte, beschloss ich also mir die Kräfte zu sparen und ging das steilste Stück, schneller kam ich auch laufend nicht voran. Nachdem sich Kilometer 5 eine gefühlte Ewigkeit zog, erblickte ich dann endlich die Altenburg, den höchsten Punkt des Laufes, vor der sich bereits die Teilnehmer stauten. Stau im Halbmarathon? Das hatte ich auch noch nicht erlebt. Also stand ich und wartete, 1 Minute… 2 Minuten… Dagmar kam mir entgegen, sie hatte den Stau schon hinter sich gebracht – dann endlich bewegte sich etwas voran und ich konnte meine Runde im Burggarten drehen, vorbei an einer Blaskapelle, die ordentlich für Stimmung sorgte, und der ersten Verpflegungsstelle. Der harte Aufstieg wurde sogleich mit einem grandiosen Ausblick über Bamberg belohnt. Bergab ging es dann wieder Richtung Innenstadt, durch den Stadtpark, entlang der Regnitz und zurück in die Innenstadt. Die vielen Zuschauer, Sambagruppen und Musikkapellen sorgen dafür, dass die Kilometer wie im Flug vergehen, die Stimmung auf der Strecke ist beeindruckend und motiviert mich nochmal Gas zu geben. Langsam nähere ich mich dem Endspurt, bevor es bei Kilometer 19 ein letztes Mal steil bergauf zur Neuen Residenz, dem Dom und der Jakobskirche geht. Die Waden brennen, der Puls steigt, aber jetzt nochmal Zähne zusammenbeißen und anziehen. Oben angekommen kann ich mir ein Grinsen nicht verkneifen und lege auf den letzten Kilometer nochmal einen Endspurt hin, bevor ich am Maxplatz glücklich und zufrieden unter 2 Stunden die Ziellinie überquere, wo Dagmar und ein kühles Radler schon auf mich warten.

Link zur Veranstaltung

Dagmar und Bianca