8. Marathon zum Welt-Down-Syndrom-Tag am 18.03.2018

Annette Sattler und Brigitte Steckert berichten aus Fürth.

Indoor-Ultra Surprise!

Mal wieder wollte ich am 18. März des aktuellen Jahres beim Marathon zum Welt-Down-Syndrom-Tag zusammen mit vielen anderen Läuferinnen und Läufern sechs Stunden lang in Fürth meine Runden an der frischen Luft drehen. Prima Idee soweit – allerdings übertrieb Frau Holle ihren Frühjahrsputz in diesem Jahr dermaßen, dass bis zum Morgen gute 15 cm Neuschnee gefallen waren. Dazu waren für den ganzen Tag Minusgrade angekündigt.

Angemeldet ist angemeldet, also grub mein allergeliebtester Bernd unser Auto unter den Schneemassen aus und begleitete mich nach Fürth – obwohl wir beide schon auf dem Weg immer unsicherer wurden, ob die ganze Veranstaltung nicht abgesagt würde. Bei diesem Wetter einen Rundenlauf mit vielen Teilnehmern, die Strecke beinhaltet ja sogar eine kleine Treppe, das würde im Zweifel eine fürchterliche Eisbahn werden, na ja.

Fast erwartungsgemäß hatte dann auch die Stadt den Start der Veranstaltung nicht genehmigt. Aber Anita wäre nicht Anita und Hans-Peter und Willi wären nicht Hans-Peter und Willi, wenn sie nicht eine Lösung gefunden hätten: Sie hatten mal eben eine 75-Meter-Runde in der Turnhalle ausgemessen und den diesjährigen Marathon zum Welt-Down-Syndrom-Tag zum Indoor-Marathon erklärt.

Ich überlegte nur kurz. So richtig begeistert war ich zwar nicht bei der Vorstellung, im Gedränge mit mehreren hundert Läuferinnen und Läufern sechs Stunden lang in einer Turnhalle im Kreis zu laufen, die Luft in der Halle würde wahrscheinlich schon bald fast sauerstofffrei und dafür umso wasserreicher werden, angesichts des Wetters hatte ich auch eher dicke Laufkleidung dabei, ich sah mich schon dampfgegart im eigenen Saft – aber ich war da und wollte nun auch nicht unverrichteter Dinge einfach wieder wegfahren. Also verschwand ich in der Umkleide und warf dort an Kleidung ab was möglich war ohne öffentliches Ärgernis zu erregen. Schlimmstenfalls könnte man ja aus dem Lauf aussteigen…

So starteten wir tapfer – und was soll ich sagen: Es machte richtig Spaß! Natürlich war es ein tolles Gedränge, und natürlich musste man höllisch aufpassen, wenn man an den weniger schnellen Leuten unfallfrei vorbeikommen wollte (vor allem an denen, die trotz der immer wieder durchgesagten Bitte, die Innenbahn für die Schnelleren frei zu halten, auf der Ideallinie klebten). Wie beim Lauf zum Welt-Down-Syndrom-Tag üblich wurden nacheinander die Halbmarathonis und die 10-km-Läufer zu den bereits zuerst gestarteten 6-Stunden-Läufern und Marathonis auf die Strecke gelassen. Es wurde also zwischendurch noch einmal umso voller, bevor sich gegen Ende das Feld etwas lichtete. Bestleistungsambitionen waren unter diesen Bedingungen nicht angesagt, das stellte auch Jean-Louis Vidal fest, der mit Ehrgeiz und gutem Vorsatz extra aus Frankreich angereist war, aber wir drehten unsere Runden.

Sechs Stunden lang auf einer 75-m-Runde, eigentlich laaangweilig. Aber die Zeit ging kurzweilig um, nicht zuletzt wegen der Unterhaltung, die parallel geboten wurde. Auf einer noch einmal innerhalb unserer Laufbahn markierten Runde wurden die Kinderläufe durchgeführt, Willi Wahl fiel immer wieder etwas neues zum Erzählen ein, die Swinging Lions unterhielten uns mit toller Musik – und nicht zuletzt waren ja auch die üblichen Verdächtigen vom Laufclub 21 und dem Team Klinikum Nürnberg unterwegs und wir wechselten immer wieder ein paar Worte, bevor die Massen uns wieder trennten. Nebenbei konnte man wie in jedem Jahr rennende Engel, Star-Wars-Protagonisten und Feuerwehrmänner in voller Montur bestaunen. Irgendwie gelang es auch, für genügend Luftaustausch zu sorgen, so dass auch niemand mit einer Kohlendioxidnarkose einschlief und wir am Ende zwar verschwitzt waren, aber nicht die befürchteten Sturzbäche an uns herunter liefen. Wo doch einmal Wasser- oder Schweißtropfen den Boden rutschig zu machen drohten war Hans-Peter oder ein anderer umsichtiger Helfer mit dem Wischer zur Stelle, so dass man zwar über fremde Füße stolpern konnte, aber zumindest nicht ausrutschte.

Fazit: Mein erster Indoor-(Ultra-)Marathon war eine überraschende und tolle Veranstaltung. Ein großes Lob an Anita Kinle, die sich von Frau Holle nicht unterkriegen ließ, und ihre vielen Unterstützer inklusive Willi Wahl und Hans-Peter Schneider vom BLV und die Mitarbeiter von MAXX-Timings, die die spontane Verlegung in die Halle möglich gemacht hatten. So fand trotz der widrigen Wetterverhältnisse ein tolles Lauf-Fest statt. An dieser Stelle auch ein besonderes Lob an Willi, der nicht nur einen Moderationsmarathon absolvierte, sondern uns auch souverän im Stundentakt in einer durch ihn selbst geführten, elegant gelaufenen Schleife ohne Zusammenstöße die Laufrichtung wechseln ließ.

Bestleistung war auf dem engen Rundkurs und mit viel Gedränge natürlich nicht möglich – aber ich habe ganze 60 Kilometer absolviert, bin ziemlich stolz darauf und um eine fröhliche Erfahrung reicher!

Annette Sattler

 

Bericht zum 8. Marathon zum Welt-Down-Syndrom Tag am 18.03.2018 von Brigitte Steckert

Nachdem dieser Lauf für mich „langjähriger Laufhäsin“ eine weitere neue Erfahrung war, möchte ich kurz über dieses, diesmal Crazy-Event berichten: Aufgrund der starken Schneefälle musste der Lauf im Freien abgesagt werden. Nachdem aber einige Läufer/innen extra angereist waren, entschieden sich die Organisatoren u. a. den 6-Stunden-Lauf trotz großen Aufwands in die Sporthalle zu verlegen.

Als ich als Letzte der 3er-Staffel (90min/3Std./90min.) um 12:30 Uhr ankam, war ich von dieser verrückten Idee wie geflasht. Eine volle Turnhalle, die eine Hälfte mit Biertischgarnituren, dazu noch am Rand mit Verpflegungsständen und Tischen für Startunterlagen, Kaffee- und Kuchenverkauf, Sportswear-Verkauf und einer Bühne mit lautstarker Live-Band und die andere Hälfte mit Hütchen abgesteckter kleiner Laufrunde mit vielen teilweise bereits seit 9 Uhr fleißig laufenden großen und kleinen Menschen und zusätzlich noch mit Zeitmessungs- und Rundenverpflegungs-Stand.

Meine vorherige Staffelläuferin konnte ich nicht entdecken, aber ein Vereinskollege konnte mir den für TKN reservierten Tisch zeigen. Nachdem der 1.Staffelläufer so klug war, den Chip bei der Unterlagenausgabe zurückzulegen, erfuhr ich lt. Notiz auf dem Kuvert, dass die 2. Läuferin ausgefallen war. Bei Beate war es ebenso, allerdings war in ihrer Staffel zusätzlich der Chip nicht da. Da sie extra mit dem Rad gekommen war, ist sie dann halt ohne gelaufen. Also ich wäre traurig gegangenL Zuerst hatte ich mir sogar überlegt, ob ich mich überhaupt noch in die Runden schlagen soll? Aber das Ereignis war so lustig, dass ich mir dachte, die restlichen
1 ½ Stunden läufst du jetzt runter.

Ganz lieb war es von Gerda, dass sie auf einen Abstecher vor Ort war. Sie musste lächeln, da ich mich genau nach Staffelplan TKN 1 erst pünktlich 13:30 Uhr in die Runden schlug. Bei fetziger Musik mit stündlichem Richtungswechsel war für mich dann auch die Zeit bis 15 Uhr schnell vorbei.

Aber für mich waren Rosi und Helma die Heldinnen des Tages. Natürlich auch die um einige Jahre jüngere Anette, ihr herzlichen Glückwunsch zum guten Ergebnis. Mutig hatten sie sich entschlossen, trotz allem die 6 Stunden zu laufen. Da schneid sich mal einer ´ne Scheibe ab!!! Helma war erst beim Herbst-Marathon Amsterdam 2017 neben mir mit lädiertem Fuß am Start gestanden und nur kurze Zeit hinter mir über die Ziellinie gelaufen! Und nun 6 Stunden auf ganz kleiner Runde. Nur wenige schaffen so was! „Hut ab vor Euch Mädels!!!“

Fazit: ausdauernde, mental starke TKN-Läuferinnen, verrückte Veranstaltung, kurzfristig ganz schnell super umorganisiert, nettes Helfer- u. Organisationsteam, viele gut gelaunte Läuferle ;-) hoher Spaßfaktor J