Vier Wochen, drei Wettkämpfe!

1. Highlight:    Challenge Denmark, Herning, Mitteldistanz, European Championship am 10.06.2017

 

 

Zur Vorgeschichte:
Michelle Vesterby, eine der bekanntesten dänischen Triathletinnen, wohnte 2016 zusammen mit ihrem Mann Klaus bei Freunden im Homestay. Klaus lieh sich mein Cross Bike aus, um Michelle, die 4. beim Challenge Roth wurde, immer wieder auf der Strecke zu begleiten. Als Dank schenkte er mir in seiner Funktion als Rennleiter beim Challenge Denmark einen Startplatz für 2017. Super-Geschichte.
Der Trainingsplan stand und nach einer heftigen Bronchitis im Februar konnten das Training und die Vorbereitung beginnen und ich freute mich auf einen Wettkampf in meiner alten Heimat. Schließlich bin ich 7 km vor der dänischen Grenze geboren und aufgewachsen, auch mein Name: Petersen, ist dänischen Ursprungs.
Daher war die Anreise mit Sabine und Leon, meiner Family, insgesamt 1.050 km, auch mit Besuchen von Freunden und Familie verbunden und einem kurzen Stopp in Nordfriesland, meinem früheren Lebensort. Rad- und kurzen Laufeinheiten auf altbekannten Strecken und Schwimmeinheiten in einem See, in dem ich als Kind/Jugendlicher das Schwimmen lernte. Back to the Roots.
Mittwoch, 7. Juni: Das Besetzen des Ferienhauses gelang erst auf den 2. + 3. Anlauf, da wir zunächst den falschen Schlüssel bekamen, dann sich der Strom nicht anschalten ließ. Nachdem sich diese Probleme geklärt hatten wurde der Ofen eingeheizt, denn es war ziemlich kalt und regnerisch. Gute Voraussetzungen für einen Triathlon im Norden Europas!
Das Abholen der Startunterlagen im strömenden Regen war easy, alle Leute nett und skandinavisch locker drauf. Leider gab es keinen Rucksack, die Messe war überschaubar, letzte Gels wurden erworben, abends Ferienhaus, Auspacken und viel Platz. Eine kurze Laufeinheit.
Donnerstag, 8. Juni: Schwimmstrecke anschauen und Abfahren eines Teils der Radstrecke (50 km) mit einem englischen Triathleten, mit dem ich ins Gespräch kam. Heftiger Wind, reizvolle wellige Strecke und gefährliche Verfolgung durch einen Hund.
Abends Treffen mit einer befreundeten Familie aus Roth zum Nudelessen.
Freitag, 9. Juni: Ruhetag, Material checken und herrichten, abends Come together und Nudelparty, die nicht wirklich wohlschmeckend war. Vorher Wettkampf-Briefing, sehr schnell in Englisch von einer Fremdsprachlerin. Stark verbesserungswürdig! Einchecken der Fahrräder im strömenden Regen und Abgabe der Wechselbeutel. Echte physische Herausforderung!
Samstag, 10. Juni: Raceday! Endlich Sonnenschein. Sehr windig. 10:00 Uhr Start der Championship-Teilnehmer/innen. 12:00 Start des Open Race.
Schwimmen: Einmal um den See Fuglsang herum, Wassertemperatur 16 Grad, einfache Strecke.
Radfahren: Kräftezehrende sehr windige und hügelige Strecke.(Windsurfen) Die Endmoränen aus der Eiszeit lassen grüßen. Z. T. Autoverkehr auf den schmalen Straßen (?!). Dennoch eine schnelle Runde, nur Aufleger gefahren und nicht von der Straße geweht worden!
Laufen: Streckenführung durch die Innenstadt in 4 Runden, z. T. Indoor mit Brücken und engen Kehren. Machbar, aber nach der harten Radstrecke am Schluss ziemlich erschöpfend. Deshalb umso erfreulicher der Gewinn der AK (10 TN) mit 15 Minuten Abstand zum Zweitplatzierten.
Finish Zeit: 06:30:42, 1. Platz in der AK 60-64 Open Race
Fazit: Cooler aber harter Wettkampf mit einigen wenigen aber verzeihbaren Schwächen. Nichts für Schönwetter-Triathleten, der Wind war echt heftig. Gute Stimmung an der Strecke, viel Musik und internationales Teilnehmerfeld, z. B. aus Grönland und Island. Schönes und aufwendiges Finisher-Shirt.
Herning und Mittelwestjütland haben einiges zu bieten, z. B. das Carl-Henning Pedersen & Else Alfelts Museum mit interessanten Werken aus den Gründerjahren der modernen abstrakten Malerei.       Etwa 70 km westlich liegt der Rynkoebing Fjord mit dem vorgelagerten Dünenstreifen Holmsland Klit, auch bekannt durch die Hafenstadt Hvide Sande. Es gibt viele Ferienhäuser in den Dünen und die Gegend ist bei deutschen Urlaubern sehr beliebt, auch wegen der guten Surfmöglichkeiten.

Wichtig für ausländische Starter/innen: Es muss eine Mitgliedschaft in einem nationalen Triathlonverband (z. B. DTU) nachgewiesen werden. Ansonsten muss eine medizinische Untersuchung Vorort durchgeführt werden, die mit Kosten verbunden ist.

 

2. Highlight:    Rothsee Triathlon, Olympische Distanz
Rothsee Triathlon ist Heimspiel für mich, dieses Jahr wieder Neoverbot und ich startete aus der 1. Schwimmgruppe! Wir, mehrere Ü60iger, stellten uns hinten an und ließen die Profis und Schnellschwimmer voranpreschen. Danach holte mich erst an der 1. Boje die nächste Gruppe ein und kurz vor Schwimmende die nächste. Ohne Neo keine gute Zeit, aber egal – weiter – die Radstrecke war flott und wie immer teilweise etwas eckig und mit scharfen Kurven versehen, die Laufstrecke flott und durch meinen frühen Start konnte ich vor der große Mittagshitze finishen und die gute und reichhaltige Verpflegung After Race genießen.   
Finish Zeit:03:08:17; 13. Platz in der AK 60-64

 

3. Highlight    Challenge Roth – Staffelläufer
Nach einer kurzen Erholungspause und Weitertraining in Vorbereitung auf den Challenge Walchsee, den ich mir für dieses Jahr vorgenommen habe, kam ca. eine Woche vor dem Challenge Roth die Anfrage als Staffelläufer einzuspringen. Nach kurzer Rücksprache mit der Familie sagte ich zu und nahm mit Jessica Rupprecht und Marcel Krebs Kontakt auf. Ich fühlte mich fit und reduzierte die längeren Einheiten und ruhte mich etwas aus.
Am Abend vor dem Wettkampf Betriebsfest mit Reis und Pasta, (war nicht lange anwesend), kurzes Zusammensitzen mit unseren 3 dänischen Homestay Gästen, Erik, Mark und Fie (Frederike) vom Orga Team Challenge Denmark, danach lange und relativ gut geschlafen.
Raceday: Nicht mit Familie zum Schwimmstart, sondern vormittags im Garten relaxen, mittags zum Stimmungsnest TKN und frühzeitig in die Wechselzone; warten, etwas Essen, Quatschen und Relaxen.
Start ca. 15:30 Uhr, tolle Stimmung an der Strecke, ich war recht flott und ambitioniert unterwegs, hatte viel Unterstützer. Ach ja, die neue Laufstrecke! In der 1. Runde kam ich gut klar, es war heiß und schwül aber „so what“, Ich bin Triathlet. Begegnet bin ich der strahlenden Chrissi Wellington; Rob, The Firefighter, der mir in der 1. Runde von Büchenbach kommend entgegen kam (volle Montur und Sauerstoffflaschen) so crazy! Viele Stationen mit Schwämmen und Tellern mit Salz (!!!), Gels hatte ich selber dabei. Schwitzen, schwitzen, schwitzen! Das Laufen durch den Wald nach Büchenbach (Hammerstimmung) und den Berg wieder herunter gab einen Eindruck darüber, wie es in der 2. Runde werden würde.
Laufen, laufen, laufen und dann kam er, der Mann mit dem Hammer. In der 2. Runde bei KM 35 (klassisch), habe ich so noch nicht erlebt. Krämpfe in den Beinen an allen erdenklichen Stellen, an den Armen und Schultern. Jetzt büßte ich für das Fehlen der „langen“ Einheiten in der Vorbereitung und zollte den vorangegangenen Wettkämpfen Tribut.
Selbst in der letzten Phase vor dem TKN-Stimmungsnest und beim Einlaufen musste ich mehrmals anhalten und mich kurz dehnen.
Nach dem Zieleinlauf waren die Schmerzen vergessen und der Stolz, es dennoch geschafft zu haben bleibt.
Fazit: Die Laufzeit war mit 04.39:54 nicht so berauschend, aber die Staffel konnte mit insgesamt 11:26:06 finishen.
Der Abschluss in Roth mit Feuerwerk und dem anschließenden Einlauf von Rob dem Firefighter war wie immer sehr emotional.

Sein Motto ist: Never give up! Wie passend!